Nur mal „schnell“ um’s Eck

Tourziel: Wanderweg «Rundt Lesten» auf Godøya. Start: Gjuv, Ziel: Alnes

Laenge total: ca. 5,5 km

Parken: Parkplatz an der FV63 am Nordende des Eidsvatnet. Vom Anleger Eidsdal der Fähre Linge-Eidsdal bis zum Parkplatz sind es etwa 10 Kilometer (Navigationscode:62°27’54.0″N 5°58’35.6″E)

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Gehzeit: ca. 5 Stunden

Tourbeschreibung:

«Komm‘, lass uns einen Kaffee trinken gehen,» lautete die etwas verklausulierte Aufforderung meiner Frau, sich endlich mal vom Sofa zu erheben. Was im Prinzip eine hervorragende Idee ist, hatte einen kleinen Haken: Nämlich das Wort «gehen», denn normalerweise fahren wir.

Die Route hatte sie selbstverständlich auch schon parat: von Dyb aus immer am Wasser entlang bis nach Alnes. Ok, kaum Hähenmeter, sollte man meinen. Und es ist auch nicht allzu weit. Ich konnte den Kaffee quasi schon riechen.

Also ging es schon kurz darauf los. Den Kindern sagten wir, dass wir in weniger als 3 Stunden wieder zurück seien. Daher hatten wir auch nur wenig Marschverpflegung bei uns. Vom hintersten Zipfel des Weilers Gjuv startet der Wanderweg. Gut erkennbar verläuft er zuerst völlig flach in westlicher Richtung mitten durch eine Wiese. An einigen Stellen war es aufgrund einger Regenfälle der Tage zuvor etwas modrig. Insofern hofften wir, dass wir alsbald auf etwas felsigerem Untergrund unterwegs sein könnten. Die Hoffnung wurde uns wenig später erfüllt. Die Aussicht auf die Inseln der Herøy-Gemeinde begleitete uns von Anfang bis zum Ende der Tour.

Knapp 700 Meter nach dem Start erwartete uns eine leichte Kletterstelle. Nicht wirklich schwierig, aber unangenehm, denn die Felsrippen waren hatten gerade einmal Fußbreite und luden regelrecht zum umknicken ein. Der anschließende Abschnitt wurde kontinuierlich schwieriger. Dauernd müssen Geröllfelder mit meterhohen Felsblöcken überquert und erklettert werden. Das kostete Zeit und viel Kraft. Dennoch hört man die ganze Zeit hinweg, wie die Brandung gegen die Felsen schlägt. Aufgrund der nur leichten Bewölkung ließ Aussicht keine Wünsche offen.

Nach ungefähr 2 Kilometern näherten wir uns der kleinen Bucht Skagevika, dem südwestlichsten Zipfel von Godøy. Nur einen Steinwurf vom Ufer entfert liegt noch der kleine Holm Lestaskjeret, der wie eh und je mit der anbrausenden Brandung zu kämpfen hat, die schäumend an seinem Granitfels knabbert.

Ab hier schwenkt man stramm nach Norden. Doch bevor muß an eine lotrechte, etwa 10m hohe Felswand hinabklettern. Nicht ganz ungefährlich, denn die in den Stein eingelassene Kette bietet nicht auf dem kompletten Kletterabschnitt eine Hilfestellung. Auch diese Passage kostete wieder ordentlich Zeit. Dann aber ging es weiter und obwohl sich der durch rote Punkte hervorragend markierte Weg immer weiter direkt am Meer entlangschlängelte, waren nach und nach doch erhebliche Höhenmeter zu bezwingen. Denn auch nach dem Schwenk nach Norden gibt es eine Reihe von Geröllfeldern, die mühsam durchklettert werden müssen. Man ertappt sich bei jeder weiteren Wendung des Wanderwegs, dass man mit langem Hals nach dem Leuchtturm Alnes Fyr Ausschau hält. Doch es dauert noch eine gefühlte Ewigkeit, bis der Rot-Weisse Holzturm dann endlich sichtbar wird. Doch auch von dort sind es noch gute 2 Kilometer bis zum mittlerweile ersehnten Kaffee.

Nach und nach ändert sich der Untergrund des Wanderwegs wieder von Fels auf Gras. Man kommt nun auch wieder etwas schneller voran. Das war uns, die zwischenzeitlich fast 3 1/2 Stunden unterwegs waren, mehr als nur recht. Trotzdem dauerte es noch eine gute halbe Stunde, bis wir dann im Alnes Opplevelsessenter direkt neben dem Leuchtturm (-> siehe Link: „Alnes Fyr“).

Etwas mehr als 4 Stunden brauchten wir, um einmal „schnell um die Ecke“ einen Kaffee zu trinken. Anstrengend war’s. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Dirk, 23.09.




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