Der Funktionstest

Tourziel: Myklebusthornet auf Ellingsøya in der Gemeinde Ålesund (329m ü.d.M)

Laenge total: ca. 5 km ab/bis Stadion Nes/Sportanlage Ellingsøy IL

Parken: kostenloser Parkplatz an der Sportanlage Nes auf Ellingsøya (Navigationscode:62°30’33.5″N 6°16’00.0″E)

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Gehzeit: ca. 1,5 bis 2 Stunden (Hin/Zurück)

Kurzbeschreibung: schnelle Abendrotwanderung zum Myklebusthornet auf der Insel Ellingsøy nördlich des Stadtzentrums von Ålesund.

Tourbeschreibung: Das Mobiltelefon ist nicht nur in Norwegen ein mittlerweile nahezu unverzichtbarer Begleiter. Wahrscheinlich sogar wichtiger als in Deutschland, denn auch wir gehören hier zur großen Fraktion derer, die überhaupt kein Festnetztelefon mehr besitzen. Gleichzeitig ist es mein einziges Kommunikationsgerät in der Arbeit, was die «Katastrophe» nur noch größer macht, wenn es denn tatsächlich mal streikt.

Genau dieser Fall trat vor einigen Tagen ein. Glücklicherweise war eine Reparatur möglich, was den angenehmen Nebeneffekt hatte, schon kurz vor halb Vier mein Büro verlassen zu müssen. Eigentlich war eine Trainingseinheit im Fitnessstudio geplant, aber es war noch hell und das Wetter war phantastisch. Grund genug, den Plan spontan zu ändern, um das reparierte Telefon auch sogleich zu testen. Als Funktionstest bot sich eine schnelle Trainingstour zum Myklebusthorn auf der benachbarten Insel Ellingsøy an, denn es liegt (fast) auch dem Heimweg, der Aufstieg erschien nicht und außerdem war ich noch vie zuvor dort. Also nichts wie los zum Startpunkt an der Sportanlage Nes, die vom dortigen Klub Ellingsøy IL betrieben wird.

Die Fahrt von Stadtzentrum hinaus dauerte nur knapp 10 Minuten. Erstaunlich kalt war es, was sicherlich mit der schattigen Lage an der Nordseite von Ellingsøya zusammenhängt, wo um diese Jahreszeit bereits keine Sonne mehr hinkommt. Um vom Parkplatz zum eigentlichen Wanderpfad zu gelangen, muß das Vereinsheim links umgangen werden, um dann hinter den Werbebanden an der Ostseite des Platzes entlang zu einem Wäldchen zu gelangen. Dort geht es dann auf einem Traktorpfad aufwärts. Die Kälte der vorherigen Tagen hat den Boden gefrieren lassen, so dass der Weg nicht matschig war.

Nach ein paar Hundert Metern kommt man an einem kleinen Teich vorbei, der Kinder vor allem im Sommer sicher magisch anzieht. Weiter geht es – jetzt ziemlich stramm bergauf – auf dem immer noch breiten Weg. Etwas weiter oben wird eine Stromleitung unterquert und etwa 300m dahinter folgt der Abzweig zum Rørene. Ich folge jedoch der Beschilderung («Myklebusthornet») nach links. Der Weg geht in einen Pfad über, der ein weiteres Mal die Stromleitung unterquert. Noch ein kurzes Stück geht es scharf bergauf. Der Pfad verläuft jetzt nach Osten. In meinem Rücken sendete die Sonne gerade den letzten Gruß des Tages und hinterließ sozusagen als Abschiedsgeschenk dieses phantastische Abendrot, dass in dieser Jahreszeit so besonders intensiv ist.

Schnell noch etwas weiter nach oben, so dass ich genau zum richtigen Zeitpunkt auf dem Myklebusthornet ankam. «Perfekt» trifft es wohl am ehesten, wenn man bei diesem Licht auf die Inselwelt vor Ålesund hinüber blickt. Dazu im Süden die freie Sicht auf die bereits schneebedeckten Sunnmørsalpen, sowie Haram mit Grytastranda und Søvika im Norden. Obwohl aufgrund der eintretenden Dunkelheit längst Zeit zur Umkehr gewesen wäre, genoß ich den Anblick noch so lange wie möglich. Schließlich funktionierte ja mein Mobiltelefon wieder. Und das hat ja auch eine eingabaute Taschenlampe, was wiederum beweist, dass ein Leben ohne Handy einer Katastrophe nahekommt.

Dirk, 09.11.2018




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